Hier geht es zum Interview mit Frank Gust

 

                                                                                    

 

 

 

 

 

 

Der sadistische Serienmörder Frank Gust

Zu den Hintergründen: Im Jahre 2000 wurde der Serienmörder wegen Mordes in vier Fällen, davon einmal in Tateinheit mit Vergewaltigung, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Bis zum Zeitpunkt seiner Verhaftung hatte er hunderte von Tieren gequält, vergewaltigt und getötet.

Gust erlebte in seiner Kindheit das, was viele Mörder und Serienmörder erleiden – er wuchs in einer lieblosen, kalten Familie auf und wurde außerhalb der Familie sexuell missbraucht, gefoltert, immer wieder vergewaltigt. Er veränderte sich, wurde zum notorischen Lügner, isolierte sich von seiner Umgebung und begann Tiere zu quälen und zu töten. Mit Einsetzen der Pubertät missbrauchte und folterte er Tiere sexuell. Tiere waren für ihn Stellvertreter- und Probeopfer. Er erlernte Praktiken des Quälens, das Hinauszögern des Todeszeitpunktes und darüber hinaus, was ihn sexuell bei den sadistischen Akten am meisten stimuliert. Die Tatmuster, die er an Tieren praktizierte, wandte er später fast detailgenau bei seinen menschlichen Opfern an. Frank Gust ist keine Ausnahme. Die Mehrzahl der Serienmörder „übt“ im Vorfeld der kriminellen Taten an Menschen, an möglichst wehrlosen, leicht verfügbaren anderen Opfern – in der Mehrzahl handelt es sich um Tiere.

Mit ihren grausamen Taten reinszenieren sie häufig selbst erlittene Verletzungen ihrer kindlichen Psyche. Serienmörder und auch Mörder wachsen überproportional häufig innerhalb einer zerstörerisch wirkenden Familie auf. Häufig ist der Vater gewalttätig, es werden Drogen konsumiert, die Kinder werden vernachlässigt, körperlich und teilweise sexuell missbraucht. Aus Gewalttätigkeit entsteht verständlicherweise nur selten Positives, sondern produziert wiederum Gewalt. Empathie wird nicht erlernt oder erlebt – ganz im Gegenteil - verrohende Prozesse wirken massiv auf das Kind und/oder den Jugendlichen ein. Die selbst erlittene Gewalt wird „weitergegeben“, teilweise bereits in der Pubertät „lustvoll“ wiederholt, Tiere werden gequält, sexuell missbraucht. Die eigentlichen Opfer, die Kinder und Jugendlichen, können so – andere Prozesse spielen natürlich auch eine Rolle – zu grausamen Tätern werden. Die Leiden, denen die absolut wehr- und schutzlosen Tiere (Schutz bietet auch der deutsche Gesetzgeber nur minimalistisch) ausgesetzt werden, sind kaum vorstellbar.

Selbstverständlich wird nicht jeder Mensch mit einer destruktiven Kindheit zum Kriminellen. Viele unterschiedliche Faktoren und Prozesse spielen eine Rolle. Wenn ein Kind aber massiv durch extremen, auch sexuellen Missbrauch traumatisiert wird – möglicherweise mehrfach und über einen langen Zeitraum - übersteht es das nicht unbeschadet. Das ist auch ein wichtiger Bestandteil meiner Bücher „Brieffreundschaft" mit einem Serienmörder und (des in Kürze erscheinenden Buches) „Serienmord und Kannibalismus in Deutschland“.

Frank Gust ist nicht der einzige Serienmörder, der im Vorfeld seiner Taten an Menschen Tiere quälte, vergewaltigte und tötete. Bislang wurde dieser Umstand nicht ausreichend oder gar nicht in die Prävention oder Ermittlungsarbeit einbezogen. In den Datenanalysesystemen zur Aufklärung von Gewaltverbrechen existieren entsprechende Fragenkomplexe zum Thema „Tierquälerei“ nicht einmal. Solange der Modus Operandi und die Signatur an Tieren nicht zur Kenntnis genommen und entsprechend interveniert und auch innerhalb der Bevölkerung einiges an Aufklärungsarbeit geleistet wird, können Schwerkriminelle, die nicht nur Tiere, sondern auch Menschen quälen, vergewaltigen und sogar töten, weiter relativ ungehindert und unbeschadet an wehrlosen „Probeopfern“ üben.